Mario Schmidt | Projekt | Publikationen 

Zirkulierende Fetische und verschränkte Monetarisierung: Über Muscheln und Biberfelle als maussche „totale soziale Objekte“ am Beispiel des Zusammentreffens von indianischer und kolonialer Ökonomie im nordöstlichen  Nordamerika des 17. Jahrhunderts

Ethnologie
Betreuung: Prof. Dr. Marin Trenk

In der Dissertation zum Thema „Muschelgeld und Monetarisierung“ soll anhand einer genauen Analyse des Gebrauchs von Wampum im nordöstlichen Nordamerika des 17. und 18. Jahrhunderts über kulturelle und geographische Grenzen hinweg, zum Verständnis der intrakulturellen Konstitution und interkulturellen Transformation von Werten im nicht-ökonomischen Sinne beigetragen werden. In Anknüpfung an Znojs Transaktionsmodi des nicht-liquidierenden, Verpflichtungen schaffenden, und liquidierenden, Schuld schaffenden, Tausches sollen dabei die Begriffe des äquivalenzlosen Wertes und der wertlosen Äquivalenz geprägt werden, mit deren Hilfe einige Problemfelder der Wirtschaftsethnologie wie etwa die Existenz primitiven Geldes, die Dichotomie Gabe-Ware oder die Universalität von Tauschsphären neu beleuchtet werden sollen. Es wird sich im Verlaufe der Arbeit zeigen, dass der Begriff des ökonomischen (äquivalenten) Wertes die Annäherung an ökonomische Prozesse außerhalb und letztlich auch innerhalb kapitalistischer Gesellschaften erschwert und Machtprozesse aufgrund der Annahme einer Äquivalenz des Wertes verdeckt: Die qualitative Differenz unterschiedlicher Tauschgüter lässt sich quantitativ nie ausgleichen; gegen Appadurai: jede Ware ist und bleibt zunächst Gabe.

War Mitglied von 2010 bis 2013