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Untersuchungen zu antiken Wertkategorien hellenistischer Keramik anhand des Vergleichs regionaler Entwicklungen in Kleinasien


Klassische Archäologie
Betreuung: Prof. Dr. Wulf Raeck

Bis in die 1. Hälfte des 3. Jhs. v. Chr. hatte die attische Feinkeramik – vor allem das Trinkgeschirr – im gesamten griechischen Mittelmeerraum eine Art Leitfunktion inne, die dazu führte, dass man sie importierte, sich an den Formen orientierte und sie nachzuahmen suchte. Im Laufe des 3. Jhs. v. Chr. begann diese Koiné sich allerdings aufzulösen und die Produktionszentren im Osten fingen an, ihre eigenen Formen zu entwickeln. Man richtete den Blick jetzt verstärkt auch auf andere Gebiete, z. B. weiter östlich und es kam zu einer größeren Diversität der Regionen.

Auf Grundlage dieser Beobachtung möchte ich in meiner Dissertation Regionen innerhalb Kleinasiens herausarbeiten, die sich durch eine spezifische Keramikkultur auszeichnen. Im Einzelnen werden Entstehung, Entwicklung und mögliche räumliche Verschiebung derselben beleuchtet. Ein zentrales Untersuchungsmoment wird dabei die Frage nach dem Wert sein, der den verschiedenen Waren und Gefäßformen im jeweiligen Raum zugemessen wurde. Unter den vielen Phänomenen, die hierfür von Bedeutung sind, scheint die Imitation besonders aussagekräftig zu sein. Andere Aspekte wie Importe u. ä. können wegen des Materialumfangs und fehlender Grundlagen zur Beantwortung der entsprechenden Fragen nur am Rande behandelt werden. In einem zweiten Schritt werden dann die politischen Beziehungen unter die Lupe genommen, um zu untersuchen, ob sich die politisch definierten Gebiete mit den durch die Keramik erschlossenen decken. Daraus sind gegebenenfalls Rückschlüsse zu ziehen, inwiefern Handel und Politik sich gegenseitig beeinflussten.


Projektposter 01_2014