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Pusaka – Ahnenschätze im ostindonesischen Raum: Fremdkulturelle Herkunft und sakrale Verwendung


Ethnologie
Betreuung: Prof. Dr. Karl-Heinz Kohl

Bei der Überschreitung kultureller Grenzen können im Verlaufe des Aneignungsprozesses neue Werte und Nutzungsweisen entstehen. Im ostindonesischen Raum existieren vielfach Objekte fremdkultureller Herkunft, die einen Sakralisierungsprozess durchlaufen haben. Zu diesen Objekten zählen indische Seidentücher, Elefantenstoßzähne chinesisches Porzellan, sanduhrförmige Bronzetrommeln sowie Säbel oder Silberstücke aus der Kolonialzeit. Sakrale Objekte stellen insofern eine besondere Kategorie von Gegenständen dar, als sie aus dem ökonomischen Handel weitgehend ausgeschlossen sind und unabhängig von ihrem ursprünglichen Herstellungszweck mit symbolischen Werten behaftet sind.

In Ostindonesien gelten diese sakralen Objekte als Klanbesitz. Sie werden unter der Obhut eines Ältesten verwahrt und nur zu besonderen Anlässen hervorgeholt. Jedes von ihnen wird mit einem bestimmten Ahnen in Verbindung gebracht, wodurch den Objekten selbst übernatürliche Kräfte zugesprochen werden. Jedes Objekt besitzt daher seine eigene biographische Geschichte in mythischer Form. Diesen Objekten scheint überregional ein sehr hoher Wert beigemessen zu werden. Um dies genauer zu erkunden soll ein Vergleich der Objekte in zwei verschiedenen Regionen auf der Insel Flores, in Ngada und in Sikka, vorgenommen werden. Ergänzend sollen die Objekte in ihrer Beschaffenheit hinsichtlich Herkunft und ursprünglichem Verwendungszweck untersucht werden. Ziel ist es, die Transformationsprozesse von Wert und Äquivalent zu erfassen, die an einzelnen Objektbiographien exemplarisch verdeutlicht werden sollen.

 

Projektposter 01_2014