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Potsherds in Time - The pottery of the Nigerian Nok Culture and its chronology

Vor- und Frühgeschichte
Betreuer: Prof. Dr. Peter Breunig

Die Nok-Kultur, bekannt für ihre kunstvollen Terrakottafiguren – die früheste Figuralkunst in Afrika südlich der Sahara –, hatte ihre Blütezeit im ersten vorchristlichen Jahrtausend in Zentralnigeria. Mit Ausnahme der Terrakotten und einigen wenigen Hinweisen auf Eisenverarbeitung weiß man nichts über diese Kultur. Wie lebten die Menschen? Wie waren sie organisiert? Wie sahen ihre Siedlungen aus? Diese Fragen zu beantworten ist das Ziel eines 12-jährigen Forschungsprojekts, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert wird.

Eines der zentralen Themen ist die Chronologie der Nok-Kultur, die nach neusten Radiokohlenstoffdatierungen von ca. 1500 BC bis zur Zeitenwende dauerte – also mehr als 1000 Jahre. Meine Dissertation beschäftigt sich mit der Analyse der Nok-Keramik, die bislang noch nicht wissenschaftlich untersucht wurde. Die Arbeit konzentriert sich vornehmlich auf Gefäßformen sowie auf Verzierungstechniken und -motive, da diese gewöhnlich die besten Indikatoren für zeitliche Veränderungen sind. Inzwischen zeichnen sich drei Phasen ab - Früh (ca. 1500-900 BC), Mittel (ca. 900-300 BC) und Spät (ca. 300-0 BC). In der Zeit nach der Zeitenwende verändern sich die keramischen Merkmale so grundlegend, dass kein Zusammenhang zur Nok-Kultur mehr besteht. Darauf deutet auch das Fehlen von Terrakotten ab der Zeitenwende hin. Meine Arbeit begann im Januar 2009 und soll Ende 2014 abgeschlossen werden.