Felix Brandl | Projekt | Publikationen 

Beiträge von Wissenschaftlern der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main zur Genese von Geld (Bernhard Laum (1884-1974), Wilhelm Gerloff (1880-1954) und andere)

Wirtschaftswissenschaften
Betreuung: Prof. Dr. Dres. h.c. Bertram Schefold

Die Dissertation befasst sich mit Geldentstehungstheorien im Allgemeinen und der Arbeit Frankfurter Forscher zu diesem Thema im Besonderen. Im Zentrum soll dabei das Wirken Bernhard Laums und Wilhelm Gerloffs stehen. Im historischen Kontext der 1930er und 1940er Jahre nahmen beide politisch unterschiedliche Positionen ein. Es ist zu untersuchen inwieweit sich diese Divergenzen auch in ihren wissenschaftlichen Arbeiten, ihrem Wirken und insbesondere in der Rezeption der Arbeiten Laums wiederfinden. Neben Besprechung und Einordnung der Hauptwerke, soll insbesondere die Vita Bernhard Laums mittels Archivmaterial der Universitäten Frankfurt und Marburg nachgezeichnet werden.

Gerloffs soziologische Ansätze sowie vor allem Laum (als Althistoriker) mit seinen kultischen Konzepten, zeichnen eine Geldentstehungslehre, die sich mit dem Verständnis von Geld in der klassischen Ökonomie kreuzte. Neben der Auseinandersetzung mit den Biographien, soll daher – ausgehend vom historischen Verhältnis der Nationalökonomie zu ihren Nachbardisziplinen (insbesondere der Soziologie) – auf einer zweiten Ebene beleuchtet werden, in welchem Verhältnis die soziologischen und historischen  Betrachtungen von Geldentstehung und Geldgebrauch zur Rolle des Geldes in der heutigen volkswirtschaftlichen Theorie stehen.

Vor dem Hintergrund des heute komplexeren Geldgebrauches und des wieder theoretisch, funktionalen Verständnisses des Begriffs in der Volkswirtschaftslehre, soll die interdisziplinär vergleichende Arbeit ein Gesamtbild liefern, welches der Volkswirtschaftslehre zu einem umfassenderen Verständnis des Geldbegriffs verhelfen kann.