Projekt 

Qualität, Ästhetik, Innovation – Italische Terra Sigillata und weitere mediterrane Feinkeramik im Kontext der Etablierung der römischen Herrschaft am Rhein unter Augustus und Tiberius


Archäologie und Geschichte der römischen Provinzen
Betreuung: Prof. Dr. Hans-Markus Kaenel

Bei Terra Sigillata handelt es sich um eine mediterrane Feinkeramikgattung, deren Herstellung besonderen Aufwand und besondere Kenntnisse erforderte. Weiterhin mussten spezielle Tone und technisch ausgereifte Brennöfen zur Verfügung stehen. Besonderes Merkmal von Terra Sigillata ist die strahlend rote Farbe und der glänzende Überzug. Damit bildete sie einen deutlichen Kontrast zu den am Rhein verbreiteten Keramikgefäßen der einheimischen keltischen und germanischen Bevölkerung, von denen sich die Terra Sigillata auch durch ein stark abweichendes Typenspektrum unterscheidet. Vor allem unter Kaiser Augustus gelangte Terra Sigillata erstmals in großem Umfang zusammen mit dem römischen Militär in die Regionen entlang des Rheins.

Die geplante Dissertation soll nun zunächst das Aufkommen und die Rezeption von Terra Sigillata in einheimischen Fundkomplexen untersuchen. Hierbei steht schwerpunktmäßig die Frage im Mittelpunkt, inwieweit die Keramikgattung Terra Sigillata übernommen, abgelehnt oder gar imitiert wird. Somit sollen Aussagen über die Wertbeimessung der frühen Terra Sigillata getroffen werden.

Einen Schwerpunkt der Arbeit bilden weiterhin wirtschaftsarchäologische Untersuchungen. Hierzu soll für wichtige Schlüsselsiedlungen der frühen Kaiserzeit rechts und links des Rheins eine möglichst repräsentative Auswahl mediterraner Feinkeramik geochemisch analysiert und einem Produktionsort zugewiesen werden, um Aussagen über Belieferungsstrukturen zu treffen. Durch den Einsatz spezieller Analysemethoden ist die Beprobung großer Serien möglich, die statistisch abgesicherte Ergebnisse liefern.