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„Fremde“ Objekte in der Bronzezeit: Funktions- und Bedeutungswandel von Artefakten


Vor- und Frühgeschichte
Betreuung: Prof. Dr. Rüdiger Krause

Mit dem Beginn der Bronzezeit nimmt der Kontakt zwischen Mitteleuropa und dem östlichen Mittelmeerraum deutlich zu. Neben dem Austausch von Rohstoffen und der weiträumigen Verbreitung ähnlicher Typen lässt sich dieser Austausch durch Importe fassen. Auffallend ist dabei, dass es sich zumeist um lokale Nachahmungen und nicht Importe im direkten Sinn handelt. Diese sind in der Regel überhöht dargestellte Einzelstücke, die eine besondere Stellung innerhalb ihres Kulturraums einnehmen. Als Beispiel hierfür kann die geschlitzte Klinge aus dem Depotfund von Khyna, Sachsen, genannt werden. Ein weiteres bemerkenswertes Beispiel aus der Mittelbronzezeit sind die „mykenischen“ Goldbleche und Bernsteinsiegel von Bernstorf.

Entsprechend muss die Frage nach dem Umfang des Austausches, der Übernahme und Wandlung von Werten bzw. Wertverständnis und den damit verknüpften geistig-religiösen Vorstellungen zwischen dem östlichen Mittelmeer und Mitteleuropa nachgegangen werden. Ausgangspunkt der Untersuchungen sind dabei die Funde von Bernstorf. Zunächst soll ihre Rolle in der Region sowie Parallelen im östlichen Mittelmeer – für das kronenartige Diadem von Bernstorf lassen sich ähnliche Funde aus den Schachtgräbern Mykenes finden – genauer gefasst werden. Des Weiteren muss untersucht werden inwiefern diese Objekte Eingang in die Trachtelemente der europäischen Kulturgruppen dieser Zeit gefunden haben und ob ähnliche Elemente mit einer möglichen sakralen Bedeutung im Fundgut festzustellen sind. Zudem gilt es zu analysieren, wie sich der Wertetransfer aus Richtung Mitteleuropa hin zum östlichen Mittelmeer niederschlägt. Dabei kann dem baltischen Bernstein eine wesentliche Rolle zukommen.