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Geschmückte Dächer – Zur Zierde der Götter und zum Nutzen der Gemeinschaft. 


Klassische Archäologie an der Technischen Universität Darmstadt
Betreuung: Prof. Dr. Franziska Lang

Im Fokus meiner Forschung steht die Dachdekoration am griechischen Tempelbau des 7. bis 4. Jh. v. Chr. Inhaltlich beschäftigt sich die Arbeit mit der Entwicklung und Verbreitung griechischer Tempeldächer, wobei es u. a. um Fragen zu Transfer, Rezeption oder Adaption von Material, Form, Technik oder Motivik der Dachterrakotten geht. Um sich diesen Fragen überhaupt nähern zu können, muss man sich der gesamte chaîne operatoire der Entstehung eines Daches vergegenwärtigen. Der zweite Themenkomplex beschäftigt sich daher mit hochkomplexen Prozessketten von der Herstellung, über die Pflege und Reparatur bis zur archäologischen Überlieferung von Tempeldächern. Da die Thematik der Herstellung bereits in ethnoarchäologischen Studien diskutiert wurde, wird vorwiegend auf die Pflege und Reparatur Bezug genommen, welche maßgebliche Auswirkungen auf das Erscheinungsbild des Tempels haben kann. Ein weiterer Aspekt betrifft die archäologische Taphonomie: Dabei geht es gezielt um Praktiken, wie bspw. der Entsorgung von Tempeldächern, um zu hinterfragen, wie sie vom systemischen in den archäologischen Kontext gelangten. Im letzten Themenkomplex liegt der Fokus auf der Bedeutung und dem Wandel der ökonomischen Werte von Dachterrakotten im ausgehenden 5. Jh. v. Chr., wobei hier die steigende serielle Produktion eine immanente Rolle spielt.