29. Januar 2019

Femke Grops (JGU Mainz)

„Kann das weg oder ist das echt?“ – Glasierte Quarzkeramik und ihre magische Bedeutung im Alten Orient

Museum Giersch der Goethe-Universität, 19:00 Uhr

Vortrag im Rahmen der Ausstellung „Faszination der Dinge - Werte weltweit in Archäologie und Ethnologie“

„…und aus dem Ofen kommt Lapislazuli heraus!“ In kaum einer anderen Quelle des Alten Orients wird die Funktion von Glas und glasierter Quarzkeramik so deutlich wie in den sogenannten Glasrezepten aus der Bibliothek des assyrischen Herrschers Assurbanipal (Regierungszeit: 668 – 631/627 v. Chr.): Ziel war es demnach, die schönen Edelsteine – gerade den beliebten Lapislazuli – zu imitieren. Dass der Stein „aus dem Ofen“ nicht nur das Aussehen, sondern auch die magische Funktion der schützenden und heilenden Steine übernimmt, zeigt die Ausstellung „Faszination der Dinge“ anhand antiker Objekte aus Assyrien (heutiger Nordirak). Im begleitenden Abendvortrag zum Thema wird die magische Wirkung dieser „fakes“ in ihren archäologischen Fundkontexten gezeigt. Selten lassen sich Spuren von Ritualen, an denen Quarzkeramik als materia magica teilnahm, so deutlich im archäologischen Befund erfassen wie im Ischtar-Tempel des Herrschers Tukulti-Ninurta I. (1233–1197 v.Chr.) in der Reichshauptstadt Assur.

Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main